
Grippe- und Pneumokokkenimpfung
Impfung im Doppelpack schützt effektiv vor Atemwegskeimen
Die Impfkommission STIKO empfiehlt über 60-Jährigen, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen. So kann ein besonders effektiver Schutz vor Atemwegskeimen erreicht werden.
Gerade bei älteren Menschen können Infektionen mit Pneumokokken-Bakterien oder Grippe-Viren einen schweren Verlauf nehmen. Gefürchtet sind beispielsweise die sogenannten invasiven Pneumokokkenerkrankungen, die häufig schwer verlaufen und sogar tödlich enden können.
Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass eine Impfung gegen Grippe und Pneumokokken ältere Menschen besonders effektiv vor Atemwegskeimen schützt. Gegen beide Erreger Geimpfte mussten deutlich seltener mit einer invasiven Pneumokokkenerkrankung ins Krankenhaus als Ungeimpfte. War dennoch eine Krankenhauseinweisung notwendig, lag die Aufenthaltsdauer geimpfter Patienten um 40 Prozent niedriger als die ungeimpfter Patienten.
Der positive Effekt der beiden Impfungen zeigte sich auch beim Auftreten von Lungenentzündungen. Geimpfte mussten seltener mit einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingewiesen werden als Ungeimpfte. Darüber hinaus waren Krankenhauseinweisungen wegen Herzproblemen bei nur Grippe-Geimpften um 25 Prozent verringert, bei Grippe- und Pneumokokken-Geimpften um 32 Prozent.
Die Forscher haben im Rahmen ihrer Studie Daten von mehr als 40.000 Patienten über 65 Jahre ausgewertet. Sie erklären den positiven Effekt der Doppelimpfung damit, dass jeder zweite Erwachsene im Nasen-Rachen-Raum Pneumokokken beherbergt. Eine Grippeerkrankung erleichtert diesen Bakterien den Weg in die tieferen Atemwege, wo sie beispielsweise schwere Lungenentzündungen auslösen können.
Die Impfkommission STIKO empfiehlt daher allen Menschen über 60 Jahre, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen. Der Grippeschutz muss dabei jedes Jahr aufgefrischt werden, die Pneumokokkenimpfung erfolgt alle sechs Jahre.





